Intro

 

Meist denkt man

die Prediger und die Schauspieler seien die schlimmsten.
Aber weit gefehlt.
Die Musiker sind ihnen über.
Und ganz besonders schlimm sind "die, die die sogenannte heilige Musik machen."
So steht's zu lesen. Bei Fontane, im "Stechlin".
Dem könnte ich versetzen: was ist schon von einem Satz zu halten, in dem drei "die"
hintereinander aufgereiht wurden, wie schrumpelige Tomaten zum Trocknen
(und das von einem, der auf dem Lehrplan als großer Dichter steht ...)
Aber so leicht geht's leider nicht.
Denn was beim Fontane recht ist, ist gemeinhin billig:
"Ein Musiker wird geboren, macht Pause und stirbt", so etwa die bis zur Ermüdung
gehörte öffentliche Vorstellung von der Gesamtbiographie des geschundenen und
geschmähten Kollegenstandes.
Und, ja: ich bin auch einer von denen - einer von den Musikern.

Andreas Bürgel